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10 Tai Chi Prinzipien - Die zehn Prinzipien des Yang-Stils
Tai Chi DVD (Philosophie Yang-Stil) gemäß Yang Chengfu
Beim Studium der Zehn Prinzipien ergeben sich vielschichtige
Zusammenhänge zu Tai-Chi-Geschichte, Gesundheit, Philosophie, Kampfkunst,
Meditation sowie zum Taoismus.
Die zehn Prinzipien des Yang-Stils (persönlich erläutert und gefilmt von Yang Zhenduo in Hamburg) 1) Den Kopf gerade aufrichten Der Grundgedanke ist, dass der Kopf sich streckt, sodass der Nacken gerade wird. Dies soll natürlich vor sich gehen und darf nicht erzwungen aussehen. Der Blick geht geradeaus und soll nicht starr oder tot wirken. Es ist als ob man etwas auf dem Kopf balancieren würde. Im Kopfbereich und besonders im Blick kann sich dann der Wille oder Geist ("spirit") manifestieren. Der Mund bleibt auf eine natürliche Art geschlossen. Die Zunge wird nach oben gebogen, sodass die Zungenspitze hinter die oberen Zähne zu liegen kommt. Auch dies soll nicht übertrieben werden, sondern sich auf eine natürliche Art einstellen. Bei abwärts stoßenden Bewegungen wie etwa Nadel in den Meeresboden folgen Blick und Kopf der Bewegungsrichtung.
2)
Die Ruhe in der
Bewegung
Tai Chi ist Meditation, eine “Stille-Übung”, wie man im Osten sagt. Das
„Qi“ (Lebensenergie, Atem) soll in das „Dantien“ (Unterbauch,
Kraftzentrum) sinken. Als gewünschte Folge stellt sich ein
stabilisierendes Gleichgewicht ein sowie eine ruhige, stetige Atmung.
In dem Bewegungablauf ohne körperliche Anstrengung und Anspannung wird
auf schonende, natürliche Art die Atmung harmonisiert, intensiviert und
angepaßt. Diese „Bauchatmung“ soll als voll und angenehm empfunden
werden und sollte nicht passend zum Rythmus der Bewegungen „gemacht“
oder erzwungen werden. Bei genügender Praxis wird sie sich „von selbst“
einstellen. Sie läßt sich für Anfänger besonders leicht bei der
Eröffnung üben: Beim Heben der Arme wird eingeatmet und beim Senken aus.
Zudem wird die „geistige Mitte“, das innere Gleichgewicht auf eine
heiter-gelassene Art gestärkt: Man schafft ein unerschütterliches
Bewußtsein, Offenheit und Flexibilität - und stellt sein eigenes Ego in
den Hintergrund. Es geht um die Beruhigung der Emotionen. Vorbild ist
eine ruhige Wasseroberfläche, die alles unverfälscht widerspiegelt.
3)
Die Schultern,
Ellbogen
und Handgelenke
senken Dieses Prinzip hilft nachhaltig, den häufig zu beobachtenden Fehler zu vermeiden, dass man unbewußt die Schultern anhebt und anspannt. Das Tai Chi wird dadurch kraftlos und die Bewegung ist keine Ganzkörperbewegung mehr. Bei den Ellbogen ist zu beachten, dass sie weder allzu passiv hängen gelassen werden noch zu steif nach außen gedreht werden. Oft äußert sich diese Steifheit auch in der Haltung der Handflächen, des Handgelenks und der Finger und mindert so auch die Wirksamkeit als Kampfkunst beim Stoßen und Greifen.
Der Brustkorb soll auf natürliche Weise gehalten werden, d.h. weder künstlich herausgestreckt noch zu sehr nach innen eingesunken sein. Auf diese Weise können sich die Schultern frei bewegen. Im Rücken soll sich ein rundes und gleichzeitig gestrecktes Gefühl einstellen: Von der Hüfte aufwärts kann so die innere Kraft aus der Wirbelsäule bis in die Finger aufsteigen und es kommt zu der angestrebten Ganzkörperbewegung. Meister FU sagt: Wie eine Katze vor dem Sprung auf die Maus...
5)
Das Kreuz entspannen
Dieses
Prinzip wird als das wichtigste angesehen! Ein entspanntes Kreuz sorgt für eine stabile,
zentrierte Körperbasis und verleiht die angestrebte innere Spannkraft. Bei angespanntem
Kreuz kann das Qi nicht sinken und die Kraft kann nicht übertragen werden. Hilfreich ist
das Massieren des "Mingmen".
6)
Die Leere und Fülle
unterscheiden
Dieses
Prinzip
behandelt das für Tai
Chi typische Verlagern des Körpergewichts auf lediglich ein Bein. Dies ermöglicht ja
erst die anmutigen, fließenden Schrittfolgen - besonders wenn sie, wie gefordert, in Zeitlupe ausgeführt werden. Dabei wird das
belastete Bein als voll und das unbelastete als leer bezeichnet. Ihr stetig wechselndes
Zusammenspiel ist ein wichtiger Aspekt der Yin-Yang-Theorie, die dem Tai Chi
zugrundeliegt.
7)
Inneres und Äußeres
verbinden Der Körper repräsentiert das Äußere. Es soll mit dem Inneren eine harmonische Einheit bilden. Mit dem Inneren ist der Geist, das Bewußtsein gemeint und insbesondere die ruhig-konzentrierte Absicht, die vorgeschriebenen Bewegungen auszuführen. Die Kultivierung des Willens ist somit ein zentraler Punkt. Der Geist führt und der Körper führt aus, ohne dass sozusagen ein Haarbreit dazwischen liegt. Hier zeigt sich die ursprüngliche Verbindung des Tai Chi zur Kampfkunst, wo es um Leben oder Tod ging. Das Innere soll sein wie ein verborgenes Schwert. Anders formuliert: Der Ausführende sollte ganz bei der Sache sein, mit Ernst und Hingabe wie ein guter Schauspieler (Vergleich von Yang Zhenduo).
8) Kraft des Geistes
statt Körperkraft
Es
geht beim Tai Chi nicht um den Einsatz bloßer, ungeschulter Körperkraft, denn diese führt zu steifen
Bewegungen, sondern es geht um die Nutzung der Qi-Energie, die
in den Meridianen
im entspannten Zustand am besten fließen kann und
mithilfe des Geistes kontrolliert und kanalisiert werden soll.
9)
Unten und oben
des Körpers
koordinieren Anfänger begehen oft den Fehler, dass sie zwar die Arme langsam und gleichmäßig bewegen, aber bei den Schritten abrupte oder schnellere Bewegungen ausführen. Dies macht jedoch die geforderte Ganzkörperbewegung unmöglich. Hilfreich ist hierbei die genaue Berücksichtigung der Hüftbewegung. Die Wurzel der Bewegung liegt in den Füßen und soll über die Hüfte und die Wirbelsäule in die Arme gehen. Sie zeigt sich in den Händen! Hilfreich ist hier auch die Vorstellung der "Sechs Harmonien".
10) Bewegung ohne Anfang und Ende Bei anderen Kampfkünsten sind Beginn und Ende einer Technik oft klar erkennbar. Klar festgelegt sind sie auch beim Tai Chi, nur werden sie in einer steten Bewegungsfolge ausgeführt entsprechend einem langsam strömendem Fluß oder einem Kreis, der nicht endet. Sie verschmelzen zu einer Einheit, als würde man einen langen Seidenfaden aus einem Kokon ziehen. Die Endpunkte der Tai-Chi-Figuren sind also ideell und dauern nur „ein Blitzlicht“ lang, ohne dass es tatsächlich zu einem Anhalten kommen soll. YANG CHENGFU betonte in frühen Jahren 13 grundsätzliche Prinzipien, aus denen später 10 wurden. Es fielen folgende drei weg, ohne dass der Text der übrigen geändert wurde (!):
Tai Chi ist auch ein Kampfsport und eine Kampfkunst, die dann entsprechend schnell und mit Partner ausgeführt wird: Tai Chi Kampfkunst.
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Hinweis: Tai Chi wird auch | ||||||
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